SIS steht für Secret Intelligence Service und ist der
britische Auslandsgeheimdienst. Der Dienst ist besser unter dem Namen MI6 (Abk.
»Military Intelligence, Abteilung sechs«) bekannt. James Bond stellt einen Agenten
des MI6 dar und glaubt man den Geschichten, fehlt es dem Dienst an Personal.
In Wirklichkeit ist die bei Vauxhall nahe London gelegene
Behörde ein Monster an Apparat und operativ weltweit tätig. Ian Fleming, der
Erfinder der Roman-Figur Bond, hatte selbst in leitender Funktion in einer
Kommandoeinheit des britischen Geheimdienstes gearbeitet.
Soweit also irgendwo
auf dem Erdkreis jemand erschossen, enthauptet, aufgespießt oder über die
Klippen gekippt wird, kommen die Bond-Filme der Realität recht nahe. Die Massierung und
Konzentration auf einen Mann ist allerdings unrealistisch und der Dramaturgie
eines Romans/Films geschuldet.
In unserem Beitrag
Der britische
Geheimdienst: »Geheime Macht in großer
Versuchung!« geben wir einen Abriss über die Geschichte
des Dienstes.
Der Geheimdienstmann
Eichenberger hat seine Romanfiguren ebenfalls dem britischen Geheimdienst
zugeordnet. Sein Ziel war es, die Leser zu informieren, wie Geheimdienstarbeit
dann funktioniert, wenn keine Kommandoeinheit die Welt rettet. Dass jedoch
ständig die Welt gerettet werden muss, ist keine Frage, sieht man die
Angelegenheit aus der Sicht der mächtigen Organisation. Für Eichenberger ist die
Organisation nur Beiwerk. Wollte man die Arbeit eines Polizisten beschreiben,
darf man sie nicht aus der Sicht des Polizeipräsidenten betrachten.
Wie ein Chirurg sezierte Eichenberger eine der vielen
Tarnorganisation des Apparats heraus und ermöglicht es den Lesern, an der Seite
der Agenten mitzuerleben, wie sie versuchen, ihre Aufträge zu erfüllen. Von
Omnipotenz der Helden ist dann wenig zu spüren. Natürlich sind die Mittel und
damit die Möglichkeiten der Agenten weit besser als die eines Privatdetektivs,
aber die Menschen bleiben erhalten. Eichenberger, der auf einen außergewöhnlich
großen Erfahrungs- und Informationsstand aufbauen kann und der in jedem Roman
tatsächliche Ereignisse mit verarbeitet, will verdeutlichen, wie konkrete
Geheimdienstarbeit aussieht. »Die Leser informativ zu unterhalten«, sagt der
Autor, »ist mein oberstes Ziel. Wer nur einen spannenden Roman lesen will und
sich keinen einzigen weiteren Gedanken machen, muss genauso bedient werden, wie
diejenigen, die vom Insider des Genre mehr wissen wollen, als in der Zeitung
steht.«
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Der britische
Geheimdienst: »Geheime Macht in großer
Versuchung!«