Alles über die Romane von Heinrich Eichenberger

 
Hubert W. Holzinger Verlag, Berlin - Protagonisten
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- Kurier - 

Der Kurier transportiert die entsprechenden Informationen vom Informationsgeber zum Empfänger. Da geheimdienstliche Nachrichtenbeschaffung aus einer Perspektive heraus stets illegal ist, ist der Transport der Nachricht oft die Schwachstelle, bei der die → Abwehr erst beweissichernd eingreifen kann.

Wer z. B. als Leiter eines Forschungslabors die Ergebnisse der Arbeit durch Kopien sichert, ist eben noch kein Spion. Erst dann, wenn er diese Kopien oder Daten an Unbefugte weitergibt, wird die Sache ernst und strafbar. Weil aus bestimmten brisanten Materialien gefolgert werden kann, von wem sie kommen, muss der Kurier sorgfältig ausgewählt werden.

Zu Kindern würde man sagen, sie möchten ja auf den Brief aufpassen und ihn nicht verlieren. Aus der Sicht der Geheimdienste darf aber der Kurier nicht aufgewertet werden und sollte möglichst von der Brisanz des Materials nichts wissen. So wählt man, wenn es irgendwie möglich, tote Kuriere aus.

Eisenbahnabteile waren z. B. zwischen der alten BRD und der DDR ein effizientes Mittel. Der Agent verbunkert das Material an einer zuvor vereinbarten Stelle im Waggon und verlässt den Zug weit vor der Grenze wieder. Auf der Ostseite wurde das Material geborgen. Hier zahlte der Westen den Preis für die politische Entscheidung, die Staatsgrenze zwischen der BRD und der DDR nicht als solche anzuerkennen und seinerseits auf Grenzkontrollen zu verzichten. Obwohl diese Grenze faktisch die Einflusssphären der Supermächte markierte.

Für einen einmaligen Kurierdienst ist dann auch jedes beliebige Transportmittel denkbar. Voraussetzung ist, dass der Absender das Material gefahrlos aufgeben kann und der Empfänger es ebenso gefahrlos in Empfang nehmen kann. Sind regelmäßige Informationen und Materialien zu transferieren, erhöhen sich die Risiken zunehmend. Denn ist der Kurier bzw. der Weg des Kuriers dem abwehrenden Dienst bekannt, so ist die Quelle bereits gefährdet und bald auch enttarnt.

Auf keinen Fall sollte der Kurier die Quelle kennen und ein Kurier, der bereits weiß, dass er für einen Geheimdienst tätig ist (was nicht sein muss), wird auf diese zusätzliche Information gerne verzichten. Denn im normalen Leben ist Wissen Macht, bei Geheimdiensten ist Wissen stets auch Potential, in Verdacht und damit in Gefahr zu geraten. 

Natürlich bieten sich für den grenzüberschreitenden Transport Diplomaten an. Diesen Weg wählen z. B. die Agenten in den Romanen des Geheimdienstmannes Eichenberger. Aber sie befinden sich im westlichen Ausland und müssen regelmäßig nur den sicheren Transport des Materials gewährleisten. Trifft sich Eichenbergers Protagonist Richard also mit dem Verbindungsmann des MI6 in irgendeiner britischen Botschaft, so ist dieser Kontakt per se keine Gefahr. Ein britischer Staatsbürger besucht seine Landesvertretung im Ausland. Träfe sich jedoch oben beispielhaft angeführter Forschungsleiter mit einem chinesischen Diplomaten, so machte er das vermutlich nicht oft und die Spionageabwehr würde sich mit ihm beschäftigen.

Wollen also Hinz und Kunz ihrer Tante in Amerika endlich einmal mitteilen, dass in Deutschland an jedem parkenden Auto jemand vom Ordnungsamt steht, um mit Strafmandaten die Staatskasse aufzufüllen, so genügt wohl ein Brief mit der Post. Will man den Chinesen ein Risotto-Rezept zuspielen, wird es bereits gefährlich. Nicht, weil dies Geheimnisverrat wäre oder man sich geheimdienstlicher Agententätigkeit schuldig machen würde, sondern weil man sich durch den Kontakt mit dem chinesischen Diplomaten verdächtig machen könnte.

Fragt sich aber erst einmal die hiesige Abwehr, warum man sich zwei Mal im Monat mit dem chinesischen Botschaftsattaché trifft, bekommt sie auch heraus, dass Herbert Weizenbaum* der Schwager der Atomphysikerin Rita Krause* ist.... Wohlgemerkt, weder Hinz noch Kunz müssen dies wissen, weil man diesen Herbert* nur aus dem Tennisverein kennt, doch die Abwehr weiß es nicht. Und bereits dies kann der Anfang einer sonderbaren Odyssee sein. Da die Schlapphüte der Abwehrdienste nicht dumm sind, wird man irgendwann die entsprechenden Ermittlungen einstellen. Doch in der Zwischenzeit wurde observiert, abgehört und verdeckt befragt.

Im Interview zum Roman »Faule Eier« macht Eichenberger deutlich, wo die eigentlichen Spione zu treffen sind und mit welcher Wahrscheinlichkeit man gegen heutige Wirtschaftsspione Ermittlungsansätze finden könnte. Steht der Auftraggeber im Nadelstreifenanzug beim Neujahrsempfang des Handelskammerpräsidenten, haben es die Staatsanwaltschaften sehr schwer. Die Probleme etwaiger Kuriertätigkeit werden damit zweitrangig. Es gibt grundsätzlich das Problem, dass unter dem Deckmantel der Freundschaft spioniert wird, die Schäden immens sind und die Staatanwaltschaften ohnmächtig.

Interview Eichenberger

Achtung! In vielen Ländern wird Reisenden (potentielle Kuriere) die Verantwortung für ihr Gepäck auferlegt. Auch ohne dass der Grenzbeamte ausdrücklich fragt, ob man seine Koffer selbst gepackt hätte, hat man strafrechtlich zu verantworten, was sich im Gepäck befindet. Lassen Sie also die eigenen Koffer und Taschen nicht aus den Augen, die Strafen wegen des Versuchs von Drogenschmuggel sind in einigen Ländern fürchterlich.   

* Namen frei erfunden

 

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Das Zimmer des Agentenführers: Sir Alec

-Sir Alec

Richard, ein informeller Agent des MI6

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Mercedes, eine rassige Frau an der Seite von Richard
 

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Sharon, die tüchtige Sekretärin von Sir Alec

-Sharon

 

-Hintergründe

 

 
Bücher
Der Siegermacher, ein Agententhriller zwischen Fakten und Fiktion

Heinrich Eichenberger:
Der Siegermacher
Agentenroman
©2008, 406 Seiten
broschiert 21x14,3 cm
ISBN
978-3-926396-70-9
19,00 Euro / 29,90 SFR

 

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Faule Eier, ein neuer Fall für Sir Alec

Heinrich Eichenberger:
Faule Eier
Agentenroman
©2009, 304 Seiten
broschiert 21x14,3 cm
ISBN
978-3-926396-72-3
19,00 Euro / 29,90 SFR
 

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Autor
Heinrich Eichenberger, Geheimdienstmann und Autor

-H. Eichenberger

 
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