Alles über die Romane von Heinrich Eichenberger

 
Hubert W. Holzinger Verlag, Berlin - Protagonisten
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- Verrat - 

Wikipedia definiert Verrat als besonders schweren Vertrauensbruch, der die angenommene Loyalität verletzt.

Dieser Definition wäre eigentlich nichts hinzuzufügen, wenn nicht alle Interessengruppen den Begriff nach Gutdünken für ihre Zwecke missbrauchen würden.

Altbundeskanzler Helmut Kohl hatte nach eigenen Angaben irgendwelchen Spendern versprochen, ihre Namen nicht zu nennen. Wenn wir annehmen, dass dies wirklich so war, dann war es folgerichtig, dass er die Namen dieser Spender nicht verriet. Denn eine bekundete Loyalität (hier: Spender / Bundeskanzler) ist nichts wert, bricht man sie beim ersten seichten Wind. Dass dieses Verhalten damals gegen nicht strafbewehrte Gesetze verstieß, ist eine andere Sache und zeigt, dass es Loyalitätskonflikte geben kann. Der Altbundeskanzler hatte sich aber entschieden und wurde durch die öffentliche Diffamierungskampagne herabgewürdigt und teilweise gedemütigt. Verrat wäre für ihn sicher der bequemere und einfachere Weg gewesen.

Das Militär verwendet den Begriff Verrat, wenn Soldaten fahnenflüchtig werden. Der Soldat hat seine Gruppe verraten. Das gilt für Berufssoldaten sicher. Denn diese haben mit dem Staat einen Arbeitsvertrag abgeschlossen und sich damit zur Loyalität verpflichtet. Warum man diesen Begriff für Wehrpflichtige verwendet, ist nicht schlüssig. Es gibt keine Loyalität auf Grund einer Geburt. Eine derartige Loyalität wäre so dumm wie Rassismus. Wenn der Staat beschließt, junge Menschen zu unterbezahlten Tätigkeiten zu verpflichten, ist das offenbar sein Recht, begründet aber keine Loyalität. Dass ein Staat über die Begründung seines Gewaltmonopols auch die Loyalität derjenigen begründet, bei denen er diese Gewalt spüren lässt, ist eine zynische Facette der Macht.

Folglich sollte man auf die Vereinbarung achten, die zwischen zwei Menschen oder zwischen der Organisation und dem Individuum auf freiwilliger Grundlage geschlossen wurde. Wer also Gehalt kassiert und sich vor der Arbeit drückt bzw. sie sabotiert, ist demnach ein Verräter. Ob Soldat, Polizist, Lehrer, Angestellter, Hilfsarbeiter oder Geheimagent, spielt dabei keine Rolle. Und wenn Politiker im Wahlkampf versprechen, die sog. Mehrwertsteuer nicht zu erhöhen, es dann aber trotzdem tun, haben sie ihre Wähler verraten. Und das apathische Volk straft sie nicht ab.

Zwingen, erpressen oder nötigen allerdings Geheimdienste oder Staatsanwaltschaften bestimmte Individuen zur Mitarbeit, können sie nicht von Verrat sprechen, wechseln die Erpressten oder Genötigten die Fronten. So sollte man keine Loyalität annehmen, wenn nicht beide Parteien sich diese in Freiheit bekundet haben. Da wir hier über Geheimdienste schreiben, liegt die Betonung auf Freiheit. Weil so mancher Geheimdienstmitarbeiter erfahren musste, dass dies seinen Dienstherrn nicht kümmert, will er den als unzumutbar erkannten Vertrag lösen. Denn auch dies muss möglich sein.

Das Lancieren von im Dienst erlangten Geheimnissen wäre dann jedoch wieder Verrat, der auch entsprechend geahndet werden müsste. Verfolgt man so manche Vorgänge in Deutschland oder in den USA, so zahlt es sich wohl aus, lanciert man nach dem Quittieren des Dienstverhältnisses seine Kenntnisse an die Presse. So hat jeder Opportunist einmal in seinem Leben die Chance, diejenigen zu diskreditieren, von denen er Jahre, wenn nicht gar Jahrzehnte profitiert hat.

Im Gegensatz dazu steht, dass Geheimdienste immer wieder ihre eigenen Leute verraten, indem sie sich nach ihrer Verhaftung nicht zu ihnen bekennen. Vgl. unsere diesbezüglichen Ausführungen → Eigensicherung unten.

Ein gewisser Teil geheimdienstlicher Arbeit ist darauf angelegt, die Mitarbeiter der Gegenseite zum Verrat zu überreden (→Abwehr Überläufer). Je nach Perspektive ist dieselbe Person einmal Verräter ein anderes Mal Freund oder sogar Patriot. Folglich liebt jeder den Verrat, weil er Vorteile bringt und verabscheut den Verräter.

 

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Der Siegermacher, ein Agententhriller zwischen Fakten und Fiktion

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Der Siegermacher
Agentenroman
©2008, 406 Seiten
broschiert 21x14,3 cm
ISBN
978-3-926396-70-9
19,00 Euro / 29,90 SFR

 

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Faule Eier, ein neuer Fall für Sir Alec

Heinrich Eichenberger:
Faule Eier
Agentenroman
©2009, 304 Seiten
broschiert 21x14,3 cm
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Heinrich Eichenberger, Geheimdienstmann und Autor

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