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Sharon ist die
Sekretärin von
Sir Alec.
Sie ist Angestellte des MI6. Ihr Gehalt wird umgerechnet auf
etwa 6.000 Euro geschätzt. Spötter würden behaupten, es wäre
Schweigegeld oder Überwindungszuschlag. Fällt das gesamte
informelle Gebäude eines Tages in sich zusammen oder wird
aufgelöst, so wird sie weiter beim britischen Geheimdienst
arbeiten.
Im
Roman
Der Siegermacher
rettet Sharon Ihrem Chef das Leben und gerät selbst in Zwiespalt
zwischen seinen Anweisungen und den offenkundigen Realitäten.
Auszug aus dem Roman: »Solche Idioten!«, kommentierte der Sir
unbestimmt und richtete sich im Bett auf. »So, meine Liebe. Was
gibt es Neues?«
Sharon hatte das dringende Bedürfnis, ihren Übervater gesund
zu pflegen, ihm über den Kopf zu streicheln und vielleicht zu
trösten und selbst noch etwas zu weinen. Aber des Alten Augen
funkelten bereits wieder und schon die Frage, wie es ihm denn
ginge und ob er noch Schmerzen hätte, hatte er einfach
ignoriert. Sir Alec konnte es sich selbst nicht verzeihen,
plötzlich nicht mehr zu funktionieren. Alles andere waren
Schaugefechte, die von dieser Tatsache ablenken sollten. Die
Sekretärin fügte sich und wünschte insgeheim, man hätte ihren
Chef in ein künstliches Koma versetzt, dann könnte sie jetzt
ungehindert mit ihm reden und ihm endlich mitteilen, dass der
tägliche Konsum einer Flasche Rum eben zu viel wäre und sie
gerne bereit sei, ihm ab und an etwas Gemüseauflauf mit
Baerlauch zu kochen, was besonders für Herzkranke eine
stabilisierende Wirkung haben solle. Stattdessen fuhr sie den
mitgebrachten Laptop hoch und gab das Passwort ein...
(und
weiter unten)
...
Sir Alec machte große Augen und richtete sich nochmals auf:
»Was wollen Sie ihm denn sagen? Hat er sich wirklich einen neuen
Anzug gekauft, wir bezahlen ihn nicht. Er soll seine Arbeit
erledigen und diesem Kropf bzw. diesem General auf den Zahn
fühlen.«
»Yes,
Sir!« Sharon klappte ihren Laptop zu und war den Tränen nahe. An
derartige Lieblosigkeiten konnte und wollte sie sich nicht
gewöhnen. Doch Widerspruch oder Einwände ihrerseits wären
sinnlos gewesen und standen ihr auch nicht zu. In derartigen
Vorzimmern saß man als Sekretärin auf Dauer nur, wenn man seine
eigenen Ansichten und Gefühle zu Hause ließ. Trotzdem entfuhr
der Frau ein Seufzer. Sir Alec hatte sich wieder ins Kissen
zurückfallen lassen. Mit geschlossenen Augen tastete er nach
ihrer Hand, dann sagte er matt: »Nehmen Sie nicht alles so
schwer, meine Liebe. Sub specie aeternitatis sind das noch nicht
einmal Kleinigkeiten.«
»Auf Wiedersehen, Sir. Und eine angenehme Nacht.«
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